Spielkarten-Druck

Die frühesten Spielkarten wurden von Hand gemalt. Dementsprechend waren sie teuer und nur den Reichsten vorbehalten. Erst mit dem Aufkommen von Drucktechniken wurde es möglich, Spielkarten in grösserer Auflage, und damit für das gewöhnliche Volk erschwinglich, herzustellen.


Holzschnitt

Im 15. und 16. Jahrhundert wurden Spielkarten vor allem in Holzschnitttechnik hergestellt und dann von Hand oder mit Schablonen koloriert. Nur wenige Spiele aus dieser Zeit sind erhalten. Entsprechend sind unter Sammlern diese begehrt und teuer.
Holz-Druckstock Holz-Druckstock

Holzschnitt Druckstock
mit freundlicher Genehmigung aus der Sammlung von Leon Schnyder, Luzern

Das Holzschnittverfahren ist eine Hochdrucktechnik. Beim Hochdruck sind die zu druckenden Teile höher als die nicht zu druckenden Bereiche. Dadurch werden nur diese erhabenen Bereiche, meistens nur Linien, mit Farbe bedeckt. Damit können auch nur diese erhöhten Bereiche die Farbe auf das Endprodukt wie Papier weitergeben.
Oft wurden die Flächen zwischen den gedruckten Linien mit Hilfe von Schablonen koloriert.
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Kupferstich

Der Kupferstich war zwar schwieriger herzustellen als ein Holzschnitt, erlaubte aber die Darstellung von feineren Zeichnungen und viel höhere Auflagen.
Der Kupferstich ist eine Tiefdrucktechnik. Beim Tiefdruck sind die zu druckenden Linien auf einer Metallplatte leicht vertieft. Nach dem Farbauftrag über die ganze Fläche wird die nicht vertiefte Fläche wieder farbfrei abgezogen. In den vertieften Bereichen verbleibt die Farbe und wird direkt auf das Druckobjekt übertragen.
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Lithografie

Die Lithografie (Steindruck) war im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr beliebt, da es das einzige Verfahren war, das grössere Auflagen farbiger Drucksachen ermöglichte. Der Lichtdruck bzw. die Lithographie ist ein Flachdruckverfahren, das auch Halbtöne (Mischfarben) ohne Rasterung darstellen kann.

Lithopresse

Heute werden vier Hauptdruckverfahren unterschieden, nämlich der Hoch-, Tief-, Durch- und Flachdruck. In jedem dieser Druckverfahren bezieht sich der Name auf das Verhältnis zwischen druckenden und nichtdruckenden Partien auf der Druckform. So liegen beim Hochdruck die druckenden Teile erhaben, während die nichtdruckenden Partien vertieft sind. Beim Tiefdruck ist es genau umgekehrt. Beim Durchdruck besteht die Druckform aus einer siebartigen Schablone, in der die druckenden Stellen farbdurchlässig, die nichtdruckenden dagegen undurchlässig sind (Siebdruck). Beim Flachdruck schliesslich liegen druckende und nichtdruckende Partien in einer Ebene. Das Prinzip basiert hier auf dem chemischen Gegensatz von Fett und Wasser.

Der Steindruck gehört also zu den Flachdruckverfahren und beruht darauf, dass ein feuchter Stein mit fetthaltiger Farbe eingewalzt wird, der die Farbe jedoch abweist, denn Fett und Wasser verbinden sich nicht, sondern stossen einander ab. Die zuvor auf den Stein aufgebrachte Zeichnung nimmt jedoch die Druckfarbe an. Wird der Stein nun mit einem speziell beschichteten Papier oder Karton bedeckt, wird die Zeichnung durch hohen Pressdruck vom Stein auf das Papier übertragen. Für diesen Druckvorgang ist eine Steindruckpresse erforderlich.

Die Steindruck-Handpresse, auch Kniehebelpresse oder Reiberpresse genannt, stammt von mitte des 19. Jahrhunderts.
Bei AG Müller war sie noch bis mitte des 20. Jahrhunderts für das "gut zum Druck" im Einsatz.
Danke an Werner Hunziker für Bild und Info.

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Buchdruck

Der klassische Buchdruck mit beweglichen Lettern ist für Spielkarten weniger geeignet, da für Karten viel Bild und wenig Text zu drucken ist.
Eines der seltenen Kartenspiele, die in Buchdruck-Technik produziert wurden findet sich unter: Grafik L.Schnyder
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Offsetdruck

Die Mehrkeit der Druckerzeugnisse, und damit auch die meisten Spielkarten, werden heute im Offsetverfahren hergestellt.
Der Offsetdruck ist ein Flachdruckverfahren. Beim Flachdruck liegen die zu druckenden Teile auf fast der gleichen Ebene wie die restlichen Bereiche. Man nutzt den Effekt, dass sich Wasser und Fett physikalisch abstossen, für die Farbübertragung. Der Farbträger wird dazu chemisch vorbehandelt. Auf den fetthaltigen Flächen haftet die Farbe. Auf den anderen Bereichen haftet die Farbe nicht. Vom Farbträger wird die Farbe über eine Gummifläche auf die Spielkarten übertragen.
Pro Druckvorgang ist eine Farbe möglich. Auch wenn nur Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zur Verfügung stehen, kann man durch Rasterung sehr viele Farben erzeugen.
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Digitaldruck

Digitale Druckverfahren haben ihre grossen Vorteile bei kleinen Auflagen. Dabei kommen vor allem Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker zum Einsatz.
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ernst alder 26.1.2019 Kartenhaus.htm